Einspeisevergütung: Was PV-Betreiber wirklich wissen müssen

Moderner Zweirichtungszähler für Photovoltaik-Einspeisung
Bildplatzhalter: Zweirichtungszähler oder Wechselrichter-Monitoring.

Die Einspeisevergütung ist die garantierte Vergütung für Solarstrom, den Sie nicht selbst verbrauchen und ins öffentliche Netz einspeisen. Sie ist wichtig, aber nicht mehr der Hauptgrund für Photovoltaik. Heute entsteht die Rendite vor allem durch Eigenverbrauch.

Kurz erklärt

Die Vergütung wird nach dem EEG festgelegt, gilt für 20 Jahre plus Inbetriebnahmejahr und hängt von Anlagengröße, Inbetriebnahmedatum und Einspeisemodell ab. Für private Dachanlagen ist meistens Teileinspeisung sinnvoll.

Teileinspeisung oder Volleinspeisung?

Bei der Teileinspeisung verbrauchen Sie zuerst Ihren eigenen Solarstrom. Nur Überschüsse gehen ins Netz. Bei Volleinspeisung verkaufen Sie den gesamten erzeugten Strom und beziehen Ihren Haushaltsstrom separat. Volleinspeisung bekommt höhere Vergütungssätze, ist für typische Eigenheime aber nur in Sonderfällen attraktiver.

ModellVorteilGeeignet für
TeileinspeisungHoher Wert durch EigenverbrauchEigenheime mit Verbrauch tagsüber, Speicher, E-Auto oder Wärmepumpe
VolleinspeisungHöhere Vergütung pro kWhSehr große Dächer, geringer Eigenverbrauch, separate Investitionsanlage

Warum Eigenverbrauch meist mehr bringt

Eine eingespeiste Kilowattstunde bringt nur die gesetzliche Vergütung. Eine selbst verbrauchte Kilowattstunde spart dagegen den Strombezug vom Energieversorger. Wenn Haushaltsstrom deutlich teurer ist als die Einspeisevergütung, ist Eigenverbrauch wirtschaftlich stärker.

Merksatz

Die Einspeisevergütung ist der Sicherheitsanker der Wirtschaftlichkeitsrechnung. Der Gewinnhebel ist aber der Eigenverbrauch.

Beispiel: 10 kW Anlage

PositionOhne SpeicherMit Speicher
Jahresertrag10.000 kWh10.000 kWh
Eigenverbrauch3.000 kWh6.500 kWh
Einspeisung7.000 kWh3.500 kWh
Wirtschaftlicher SchwerpunktVergütung + StromersparnisStromersparnis dominiert

Degression: Warum der Zeitpunkt zählt

Die Einspeisevergütung wird regelmäßig angepasst. Wer eine Anlage in Betrieb nimmt, sichert sich den dann gültigen Satz für die gesetzliche Vergütungsdauer. Deshalb sollten Angebote nicht nur nach dem Endpreis, sondern auch nach realistischem Inbetriebnahmetermin bewertet werden.

Was passiert nach 20 Jahren?

Nach Ende der EEG-Vergütung kann eine Anlage weiter Strom erzeugen. Dann werden Direktvermarktung, sonstige Anschlussvergütung, Eigenverbrauch oder technische Modernisierung relevant. Da Module oft 25 bis 30 Jahre und länger laufen, lohnt es sich, Wechselrichter und Elektrik auf lange Nutzungsdauer auszulegen.

Typische Missverständnisse

  • Eine niedrige Vergütung bedeutet nicht automatisch, dass PV unrentabel ist.
  • Ein hoher Volleinspeise-Satz ersetzt nicht immer den Vorteil des Eigenverbrauchs.
  • Die Vergütung ist nicht der Strompreis, sondern nur der Wert für eingespeisten Überschuss.
  • Für die Wirtschaftlichkeit zählen Investition, Eigenverbrauch, Strompreis, Ertrag und Wartung zusammen.

Die Anlage muss korrekt beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister angemeldet sein. Danach erfolgt die Abrechnung in der Regel über den Netzbetreiber.

Grundsätzlich sind Messkonzept und Vertragslage entscheidend. Ein Wechsel kann möglich sein, sollte aber vorab mit Netzbetreiber und Installateur geklärt werden.